"Das bin ich...und das, das bin ich auch!"
Die zwei Seelen in meiner Brust
Da ist einmal die selbstständige, beratende Social Media-Strategin und -Managerin, die sich die Analyse und professionelle Sichtbarkeit ihrer Kunden, den Kreativschaffenden, bildenden Künstler:innen und KMUs aus Handwerk und Design zur Aufgabe gemacht hat.
Auf der anderen Seite ist da aber auch die eigene Identität als freie Künstlerin und Produktgestalterin – voller Neugier und Ideen –, die stundenlang mit Stiften, Farben oder Worten in ihrem kreativen Flow freudvoll versinkt.
In den Jahren zuvor war ich die permanent „Funktionierende“, die die kreative Stimme in sich selbst komplett vergraben hatte. Zur Schattenkünstlerin mutierte. Anderen half.
Sich angepasst hat.
Geleistet hat.
Die eher auf die Erwartungen der Menschen aus dem eigenen Umfeld hörte, als auf die immer lauter und lauter werdende innere Stimme der Künstlerin in mir.
Dann kam der Bruch
Ein scheinbar harmloser Keramikkurs – schnell schnell und nur am Wochenende, der eine "kreative Auszeit" von der stressigen, wenig schöpferischen Arbeit und dem Alltag darstellen sollte – wurde für mich zum Wendepunkt.
Denn ab da ging es erstmal abwärts. Blackout. Komplette Kraftlosigkeit.
Es gab kein Wollen, kein Können, keine Freude mehr. Burnout. Depressionen.
Von einem Tag auf den anderen "funktionierte" ich überhaupt nicht mehr.
Nicht als Freundin, nicht als Partnerin, nicht als Angestellte – und nicht einmal mehr als kreative Seele...
Der langsame Weg zurück zu mir
Die Erschöpfungsdepression war ein leiser, sehr langsamer Prozess.
Ich fing wieder an zu malen. Zu schreiben. Zu zeichnen. Ich begab mich auf eine Spurensuche nach dem, was von mir und meiner Identität als Künstlerin noch übrig war.
Ich lernte, wieder mehr meiner Intuition zu vertrauen. Meiner Seele endlich zuzuhören. Mich nicht mehr gegen meine Kreativität zu stellen oder sie als "Zeitverschwendung", als Hobby oder kindliche Faulheit desöfteren zu ignorieren, sondern liebevoll mit ihr zu leben und zu arbeiten und sie wieder in mein Leben zu integrieren.
In meinem Tempo.
Heute lebe und arbeite ich genauso, wie es zu mir passt
Das Venn-Diagramm von Andrés Zuzunaga – eine Methode, um die eigene Identität und Leidenschaft, Talente, aber auch den Beruf, Berufung, Sinn und Lebensfreude sinnvoll miteinander zu verbinden – wurde für mich zu einem sehr wichtigen Wegweiser und Sinngeber.
Heute zeige ich auch anderen Menschen, wie sie ihr Leben und Arbeiten im Einklang mit ihrer kreativen Arbeit gestalten können und authentisch in den sozialen Medien sichtbar werden können, ohne sich selbst dafür verbiegen zu müssen oder gleich zur Personal Brand werden zu müssen.
Zu meinem beruflichen Schwerpunkt neben der Sichtbarkeitsstrategie in den sozialen Medien passt zudem auch mein freies Projekt: Interviews mit bildenden Künstlern und Künstlerinnen in meinem 2011 zunächst als Blog und 2015 dann als Interviewmagazin gestarteten
gug-mag.de .
Schau gerne mal rein!
Susann
Fotos: by Caroline Schreer | 2024
